Wikinger

Eine kleine Reise durch die Zeit

Die Räuber aus dem Norden

Sowohl Beginn als auch Ende der Wikingerzeit können ziemlich klar benannt werden. Mit dem Überfall auf das englische Kloster von Lindisfarne im Jahr 793 eröffneten die Räuber aus dem Norden eine reichlich dunkle Epoche – jedenfalls aus Sicht der anderen Länder – die erst mit dem Fall des Anführers Harald Hardråde („harter Herrscher“) im Jahr 1066 endete, als dieser versuchte England zu erobern.

Was Norwegen betrifft war die Wikinger-Ära nicht weniger stürmisch, denn das Land bestand noch bis zum Jahr 890 aus vielen kleinen Königreichen, von denen auch einige in dänischer Hand waren. So war auch die Heimat der Wikinger selbst stets umkämpft, denn dänische und norwegische Landsleute rissen sich das Land in einer Art frühmittelalterlichem Bürgerkrieg ständig abwechselnd unter den Nagel.

Harald Hårfagre („Schönhaar“) war es endlich, der bei der Schlacht von Hafrsfjord das „Kongeriket Norge“ vereinte. Jedoch nur für kurze Zeit, denn nach seinem Tod im Jahr 933 zerfiel das Land erneut und wurde bis ins 20. Jahrhundert immer wieder zwischen Dänemark und Schweden hin und hergereicht.

Eine Zeit des Wandels zeigen vor allem die eindrucksvollen Stabkirchen (im Foto die Stabkirche Heddal bei Notodden). Sie zeigen auch heute noch die Verbindung des alten Glaubens an die heidnischen Götter, als diese dem einen Christengott weichen mussten.

Eine Zeit des Wandels zeigen vor allem die eindrucksvollen Stabkirchen (im Foto die Stabkirche Heddal bei Notodden). Sie zeigen auch heute noch die Verbindung des alten Glaubens an die heidnischen Götter, als diese dem einen Christengott weichen mussten.

Nun begann sich das Christentum zu verbreiten, die sogenannte Christianisierung setzte ein. Dass Norwegens Hauptstadt Oslo später, zwischen 1624 und 1924, den Namen Christiania bzw. Kristiania trug hat damit allerdings nichts zu tun. Diesen Namen gab der dänische König Christian IV. der Stadt, die ihn erst zwanzig Jahre nach Erlangen der norwegischen Unabhängigkeit im Jahr 1904 wieder abgab.

Haralds Sohn Håkon war nun also bemüht, nach dem Tod seines Vaters seinem Volk diese neue Religion nahezubringen. Dies sollte ihm nur nicht so recht gelingen. Seine Nachfolger Olaf Tryggvason und Olaf Haraldsson hatten mehr Erfolg, denn sie wandten gewaltsame Methoden an.

Schließlich ging ihre Strategie zumindest oberflächlich auf: Ende des 11. Jahrhunderts wurde das Christentum die einzig erlaubte Religion in Norwegen. Überraschend in diesem Zusammenhang ist, dass ausgerechnet der zweite dieser gewaltsamen Herrscher, Olaf Haraldsson, nach seinem Tod – er fiel 1030 in einer Schlacht – als Heiliger verehrt wurde und heute sogar der Schutzpatron Norwegens ist. Typisch für ein Wikingerland, könnte man sagen.

Heidnische Reise - Jahreskreis 2015 - KalenderTipp für Wikinger Fans, der „Heidnische Reise – Jahreskreis 2015 – Kalender„.

Themenschwerpunkt in diesem Jahr: MYTHOLOGIE. Wandkalender im Format 31 x 31 cm als kompletter Farbdruck mit vielen Informationen auf der Rückseite jedes Kalenderblattes. Zu finden hier!

Die Bildquelle / das Copyright der Fotos entnehmen Sie bitte dieser Seite: Bildnachweis.