Nordische Mythologie & Götter

Anfang

Werfen wir an dieser Stelle einen Blick zurück, als statt dem Christentum in den nordischen Regionen, wie auch in Gebieten die noch gar nicht als Deutschland bezeichnet werden konnten, noch der heidnische Glaube das tägliche Leben bestimmte – in abgewandelter Form bis heute.

Zahlreiche Götter sind in unseren Tagen wieder sehr populär, auch wenn Hollywood daran nicht unschuldig ist, widmen wir uns hier lieber den ursprünglichen Gottheiten. Die Verbundenheit zur Natur ist trotz der Christanisierung ein fester Bestandteil der norwegischen Mentalität, ebenso natürlich der Aberglaube an Trolle, Hexen, Riesen und Zauberer.

Cernunnos

Der keltische Naturgott Cernunnos (ausgesprochen „Kernunnos“) wurde bereits in der Steinzeit als Naturgottheit von den Menschen verehrt. Sein Name bedeutet in der keltischen Sprache soviel wie: „der Gehörnte“. In späterer Zeit wurde daraus sein germanischer Name „Freyr„.

Cernunnos gilt als Herr der Tiere und als Begleiter der großen Erdgöttin. Ebenso ist er als Gott der Natur, des Waldes und der schöpferischen Naturkräfte bekannt. Als ein Gott für das Lebendinge steht sein Name ebenso für Fruchtbarkeit, Zeugungskraft, Wachstum, Wiedergeburt. Er wurde zudem als Gott der Liebe und als Gott des Wohlstandes und Reichtums verehrt. Cernunnos verkörpert die Heiligkeit der freien Natur, die Freiheit der Wildnis und eine Freiheit des Mensches als Teil dieser wilden Natur. Gegenüber dem Monotheismus also für eine ganze Menge.

Einige Dinge unterscheiden sich gar nicht so fern von aktuellen Vorstellungen, wie z.B. eine Familie ernährt werden muß. Denn Cernunnos steht für die Dreiheit „Naturglaube, Schutz und Ernährung“. Daraus bildete sich das Fundament, wie ein jeder Mann im Heidentum seine Rollen zu erfüllen hatte:

  1. Er war geistig-religiös und diente seinen Göttern.
  2. Er war als Krieger aber auch als Ernährer tätig.
  3. Er musste seine Familie nicht nur ernähren, sondern auch beschützen und Sie fördern.

Diese drei Punkte mussten erfüllt sein, ohne dabei der Natur zu schaden.

Kessel von Gundestrup mit der Darstellung des Cernunnos.

Kessel von Gundestrup mit der Darstellung des Cernunnos.

Optisch gibt es von Cernunnos nur noch sehr wenige Überlieferungen, eine davon findet sich auf dem „Kessel von Gundestrup“, welcher 1891 in Nordjütland (Dänemark) gefunden wurde und auf das erste oder zweite Jahrhundert vor Christus datiert wurde. Der Naturgott wird häufig als Mann mit langem Bart und langen Haaren, sowie zwei Hörnern (oder einem Geweih) auf dem Kopf dargestellt.

Auf dem Kessel von Gundestrup (siehe Foto oben) wird er als Gehörnter in einer Gruppe von Tieren sitzend dargestellt. Ihm zur Seite sitzt rechts ein Hirsch und links ein Wolf. Er sitzt beschwichtigend zwischen den beiden Lebenwesen und bildet damit das Gleichgewicht zwischen dem Leben (Hirsch) und dem Tod (Wolf). Der Hirsch gilt in zahlreichen Kulturkreisen der Erde als Vertreter von Sonne und Licht.

Weitere Namen von Cernunnos: Großer Vater, der Gehörnte oder der Jäger, Cernowain, Cernenus, Pan, Herne, Esus, Dionysos, Satyr, Freyr. Die Druiden nannten ihn einst Hu-Gadarn.

Während der Christianisierung von Europa und Skandinavien sahen sich die christlichen Missionare mit den bisherigen Naturgöttern konfrontiert. Cernunnos ist uns durch diese tiefe Angst von damals auch heute noch bekannt. Als Dämon und „gehörnter“ Gegenpart des Christengottes wurde er zum Teufel, dem Satan. Der alte Glauben wurde „verteufelt“ und wird es bis heute noch – in der Politik würde das wohl schlicht als Negativkampagne bezeichnet werden, um einen Wechsel zu erzwingen.

Die große Erdgöttin

Sehr viele Gemeinsamkeiten finden sich auch bei der großen Erdgöttin, im katholischen Glauben der „Mutter Gottes“ – in der christlichen Verkörperung besser bekannt als „Maria“. So trägt die heidnische Erdmutter und Fruchtbarkeitsgöttin viele Namen, die sich je nach Volk und Region auf der Erde unterschieden: Gäa, Noreia, Anu, Dana, Danu, Isis, Demeter, Ceres, Percht, Hel, Holle, Baba Jaga und eben auch Mari für Maria.

Ihr lateinischer Name bedeutet „die Meere“, gleichzeitig war Sie aber auch Himmel und Erde. Die magische Zahl Drei tritt auch hier wieder in Erscheinung. Maria wird von Frauen verehrt, deren Göttinnenkulte verboten oder später christianisiert wurden. Sie beinhaltet die germanischen Geburts-, Todes-, und Vegetationsgöttinen.

Dargestellt wird „Maria“ bis heute meist in den drei Farben der Göttin und in Verbindung mit einem blauen Mantel (als Zeichen für die Himmelsgöttin).

Die "Mutter Erde", also die Erdgöttin, wie Sie sich ein Künstler vorstellt - als Fruchtbarkeitsgöttin bringt Sie das Leben mit sich.

Die „Mutter Erde“, also die Erdgöttin, wie Sie sich ein Künstler vorstellt – als Fruchtbarkeitsgöttin bringt Sie das Leben mit sich.

Die Verehrung von Maria ist bis heute fest im Glauben verwurzelt, wenn sich dieser auch wie bereits bei Cernunnos erst entwickeln musste. Denn am Anfang wurde von den so genannten Heiden nur die Natur, also die Mutter Erde verehrt als Spenderin allen Lebens. Die Erde bringt Geburt, Leben und Tod. Das ist die Dreiheit der vorchristlichen Großen Muttergöttinnen.

Im Wandel der Jahrhunderte und dem Wechsel zur Christenheit, wurde die Erdgöttin häufig zu einer bösen, alten, runzeligen, hässlichen Hexe degradiert. Diese stand im Bunde mit dem gehörnten Teufel (Cernunnos) und wurde so im Laufe der Jahrhunderte mit Satan zu einem der zwei größten Schrecken der Christenheit.

Die Bildquelle / das Copyright der Fotos entnehmen Sie bitte dieser Seite: Bildnachweis.