Flora & Fauna in Norwegen

Die norwegische Flora

Norwegen ist ein äußerst vielfältiges Land – und das nicht nur geografisch gesehen. Prinzipiell sind die Bedingungen für die Pflanzenwelt in Norwegen daher auch nicht ungünstig, aber da vergangene Eiszeiten sowohl Flora als auch Fauna teilweise zerstörten, sind heute vergleichsweise wenige Pflanzenarten zu finden. Charakteristisch für diejenigen, die sich halten oder von den Eisperioden erholen konnten, sind zum einen ihre Frostunempfindlichkeit, zum anderen sind sie äußerst feuchtigkeitsliebend.

Entlang der Fjorde ins Landesinnere

In Küstennähe sind die Pflanzen meist sehr niedrig, da Wind und mangelnder Erdboden – die Pflanzen wachsen zwischen Felsen – sie nicht gerade in die Höhe treiben. Auf sonnigen Hängen hingegen kann man den Anblick von wahren Meeren von Eisenhut und Weidenröschen genießen und sich an wilden Himbeeren und Preiselbeeren satt essen.

Gute Bedingungen für den Obstanbau bieten die Fjorde. Im Foto blicken wir vom Stegastein Aussichtspunkt auf den Aurlandfjord.

Gute Bedingungen für den Obstanbau bieten die Fjorde. Im Foto blicken wir vom Stegastein Aussichtspunkt auf den Aurlandfjord.

Das Innere der Fjorde ist im Gegensatz zu den äußeren Küstengebieten wesentlich windgeschützter und mit rund 170 Wachstumstagen im Jahr lassen sich Apfel- und Kirschbäume anbauen. Sogar die Aufzucht von Aprikosen und Pfirsichen ist in diesen Gegenden möglich.

Wald, Pilz und Waldpilz

Im Gegensatz zum stark bewaldeten Schweden ist Norwegen nur zu gut einem Viertel mit Wald bedeckt. Während im Süden eher Laubbäume zu finden sind, wachsen im Norden vermehrt Nadelbäume – insgesamt machen diese 70 % des gesamten Baumbestandes aus. Auch wenn Pilze genaugenommen nicht zu den Pflanzen zählen, sondern neben diesen ein eigenes Reich bilden, sollen sie hier die Erwähnung finden, die ihnen gebührt.

Gut 25% von Norwegen sind mit Wald bedeckt und bieten damit allerlei Pflanzen, Tieren und Trollen einen Lebensraum.

Gut 25% von Norwegen sind mit Wald bedeckt und bieten damit allerlei Pflanzen, Tieren und Trollen einen Lebensraum.

Wer Outdoor-Urlaube schätzt – und das ist bei den meisten Norwegentouristen der Fall – der freut sich in der Regel auch auf ausgedehnte Wanderungen, die dem Pilzesammeln dienen. Die Hochsaison für dieses Erlebnis ist der August, aber auch im September findet man jede Menge leckere Exemplare wie beispielsweise den Semmelstoppelpilz, mehrere essbare Reizkerarten, Rotkappen und natürlich Pfifferlinge.

Die norwegische Tundra

Überwinden wir nun einige Höhenmeter, sieht die Flora allerdings schon wieder ganz anders aus. Durch schattige und duftende Wälder wandernd, in denen Fichte und Kiefer, Birke und Ulme wachsen, erreichen wir in Küstennähe nach etwa 500 Höhenmetern die Baumgrenze.

Blick auf eine Fjelllandschaft, dabei handelt es sich um Berge oder Hochflächen oberhalb der Nadelwaldgrenze. "Fjell" bedeutet übersetzt "Gebirge".

Blick auf eine Fjelllandschaft, dabei handelt es sich um Berge oder Hochflächen oberhalb der Nadelwaldgrenze. „Fjell“ bedeutet übersetzt „Gebirge“.

Im Landesinneren liegt diese höher – erst ab 800 bis 1.000 Metern werden die Gewächse bedeutend niedriger. Wir befinden uns nun im Hochfjell (norw. fjell = Berg), einer tundraartigen Landschaft, in der nur noch die buschartigen Zwergbirken, Polarweiden, Flechten und Moose zu finden sind.

Die norwegische Fauna

Norwegen ist ein äußerst vielfältiges Land – und das nicht nur geografisch gesehen. Prinzipiell sind die Bedingungen für die Pflanzenwelt in Norwegen daher auch nicht ungünstig, aber da vergangene Eiszeiten sowohl Flora als auch Fauna teilweise zerstörten, sind heute vergleichsweise wenige Pflanzenarten zu finden. Charakteristisch für diejenigen, die sich halten oder von den Eisperioden erholen konnten, sind zum einen ihre Frostunempfindlichkeit, zum anderen sind sie äußerst feuchtigkeitsliebend.

Typisch Norwegen: Das Rentier

Als größter Vertreter der polaren Gruppe gilt das Rentier. Mit seinen immensen, samtigen Geweihen bietet es einen wahrhaft majestätischen Anblick – und grast hin und wieder ganz unroyal am Straßenrand wie hierzulande Schaf und Rind. Das Minderheitenvolk der Samen hält Rentiere seit Jahrhunderten halb gezähmt als Nutztiere und zieht mit ihnen umher.

Rentiere sind in Norwegen (noch) weit verbreitet. Neben den wilden (Villrein) finden sich hier auch zahme Rentiere (Tamrein).

Rentiere sind in Norwegen (noch) weit verbreitet. Neben den wilden (Villrein) finden sich hier auch zahme Rentiere (Tamrein).

Neben den stolzen Geweihträgern finden sich noch Schneehasen, die leider selten gewordenen Polarfüchse, Lemminge und Hermeline im nördlichen Teil des Landes und in den Hochgebirgen. In Norwegen fast ausgestorben ist der Vielfraß, eine Marderart, die außerdem noch in Sibirien, Nordamerika und Alaska vorkommt.

Die Wälder Norwegens werden vor allem von Bibern, Ottern und Rotfüchsen bevölkert. Sie teilen ihn sich mit den Elchen, welche allerdings – entgegen ihrer Popularität – nur noch selten zu sehen sind.

Reich besiedelte Fjorde

Die Fjorde sind nicht nur für die Flora eine Oase. Auch die Tierwelt ist hier besonders artenreich. Während sich am Fjordende, wo Süßwasser auf Salzwasser trifft, nur wenige Arten finden, nimmt deren Vielfalt in Richtung Fjordanfang immens zu. Seesterne, Strandkrabben, Miesmuscheln und zahlreiche Fische leben dort zusammen. Vor allem letztere kommen mit den wechselnden Salzkonzentrationen gut zurecht – so schwimmen Aale zum Laichen ins Meer und Lachse wählen die entgegengesetzte Richtung: Sie laichen im Fjord.

Der Papageitaucher ist eine Vogelart aus der Familie der Alkenvögel und fühlt sich in Norwegen speziell auf der Insel Runde sehr wohl.

Der Papageitaucher ist eine Vogelart aus der Familie der Alkenvögel und fühlt sich in Norwegen speziell auf der Insel Runde sehr wohl.

Nicht nur Papageitaucher

Der Fischreichtum ist nicht nur für die Norweger lebenswichtig und ein großer Spaß für Angler – durch ihn fühlen sich auch viele Vogelarten im Land der Trolle heimisch. So leben auf der Hardangervidda rund 20 Tundravogelarten, unter ihnen die seltene und im Winter vollkommen weiße Schneeeule und über den Fjorden kreisen hin und wieder Fisch-, Stein- und Seeadler.

Möwenarten sind in einem Land mit einer Küste diesen Ausmaßes kaum der Erwähnung wert – mit völliger Selbstverständlichkeit durchstreifen sie Städte, kreischen von Masten herab und bevölkern die Strände und Häfen.

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